Nüsgen, Lea: Tartes und Törtchen

Weil ich es so liebe

Das Corporate Design für ihre Patisserie hat Lea Nüsken selbst entwickelt: von der espressobraunen Kochjacke mit schwarzem Stehkragen über den cremefarbenen Verkaufswagen, einem dreirädrigen Piaggio Ape, bis zum Siegellack auf den Verpackungsbändchen: alles ist hochwertig und passgenau zu ihren süßen Genussmitteln. Die 32 – jährige Konditormeisterin, die schon als Kind Köchin werden wollte, überzeugt durch Kompetenz, Qualität und eigenwilligem Stil.

Tartes & Törtchen heißt ihr Unternehmen, produziert wird in einer angemieteten Bäckerei. Die Produkte werden mit dem dreirädriges Verkaufsmobil auf ausgesuchten Bielefelder Wochenmärkten oder als süßes Catering für Events und auf Sonderveranstaltungen wie z.B. Messen, Street Food Festivals verkauft. Zusätzlich können Kunden ihre Waren über die Website vorbestellen und abholen.

Die engagierte Querdenkerin hat eine Bibliothek aus Gerüchen und Geschmäckern in ihrem Kopf. „Wenn ich an einer Quitte rieche, dann fällt mir ein, mit welchen anderen Stoffen ich sie kombinieren kann für mein gewünschtes Erlebnis.“ Sie gestaltet alle Rezepturen selbst und verwendet keinerlei Fertigprodukte oder Aromen. Die Zutaten werden weitgehend zu den Kriterien nachhaltig und regional erworben. Während ihres Reiseprojekts: „Fräulein Lea auf süßer Reise“ durch Mittel- und Westeuropa, gesponsert von einer Marzipanfirma aus Berlin, besuchte sie traditionelle Konditoreien in kleinen europäischen Städten. Themen wie die traditionelle Erzeugung und Produktion von Rohstoffen reizten sie sehr. „Die Mandeln, die ich jetzt verarbeite sind von einer Bioplantage in Italien, die ich selbst besucht habe. Und meinen Vinsanto-Stollen produziere ich mit einem italienischen Wein, den ich auf der Reise bei Bauern kennengelernt habe.“

Sie ist überzeugt davon, dass man nur mit dem wirklich erfolgreich wird, was man mit Freude und Leidenschaft umsetzt. „Mir war immer klar, dass ich selbständig arbeiten würde, und meine Unabhängigkeit schaffen würde. Ich war beherrscht von dem Wunsch, fachlich meine eigenen Ansprüche umzusetzen.  Glück haben hat viel mit eigener persönlicher Entwicklung und Reflektion zu tun.“

Die eigenwillige Unternehmerin ärgert sich, wenn sie das Gefühl hat nicht ernst genommen zu werden. Sie hasst Pastellromantik und möchte auf keinen Fall in diese Stereotypen gedrängt werden. „Ich gehe in meinem Beruf auf, es ist so viel von mir persönlich darin, ich werde das immer tun.“

Ihr Tipp für junge Gründerinnen: „Tu es einfach, finde für dich sich selbst einen klaren Standpunkt und ziehe es durch. Es ist wichtig, das zu tun, was man will und nicht auf die Akzeptanz anderer zu setzen“.

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn