Nitsa, Alexandra: T3IRDS

Als Alexandra Nitsa im Jahr 2000 Modedesign in Athen studierte, hätte sie niemals daran gedacht, irgendwann einen Studioladen in Bielefeld zu eröffnen. Seit Anfang 2020 betreibt Alexandra ihr Label T3IRDS, die drei Vögel, und kreiert nachhaltige Streetware für Erwachsene und Kinder sowie Accessoires erst digital, seit Mitte 2020 zusätzlich in ihrem Studioladen. Sie entwirft, fertigt und vertreibt trendige Einzelteile aus haut- und umweltfreundlichen Materialien und vertreibt diese auch über ihren Onlineshop.

T3IRDS, das steht für die drei Kinder der 42-Jährigen, die sich in zwei Ländern beheimatet fühlt. In Frankfurt geboren kehrte sie im Alter von 6 Jahren mit ihren Eltern zurück nach Griechenland. Nach dem Studium arbeitete sie als Modedesignerin zuletzt in einem eigenen Showroom in Athen zusammen mit anderen Designer*innen. Aufgrund der Wirtschaftskrise in Griechenland musste das Atelier aufgeben werden und sie zog zusammen mit ihrem Mann nach Bielefeld, nicht nur weil hier seine Eltern leben. „Ich liebe Bielefeld, mein Großvater hat bei Miele gearbeitet, meine Mutter war auch eine Weile hier, und jetzt bin ich hier.“

Alexandra Nitsa im Gespräch mit Vera Wiehe über ihr Label T3IRDS und nachhaltige Mode

Wie hast du deinen Stil entwickelt?

Ich liebe Haute Couture, aber ich liebe besonders „confortable all day clothes“. Haut Couture kann man nur einmal tragen. Ich will coole Mode schaffen, die Frauen immer tragen können aus umweltfreundlichen, weichen Stoffen. Angefangen habe ich mit Kinderkleidung und Teddys, aber am liebsten gestalte ich Kleidung für Frauen. Dazu gehören auch Accessoires wie Halsketten.

Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit sind für mich sehr wichtig.  Ich mache Siebdruck mit wasserbasierten Farben ohne Chemie, der dennoch bei 30 Grad Handwäsche haltbar ist.

Ich nutze immer 100% Baumwolle, allerdings ist es noch schwierig in jedem Fall biologische Baumwolle zu verwenden. Ich spiele mit Stoffen und kombiniere unterschiedliche Materialien wie Leinen, Baumwolle, Viskose. 

Es gibt so viele Billigproduktionen, es ist viel zu wenig bekannt, wie die schnelle billige Massenmode mit ihren häufigen Kollektionswechseln die Umwelt schädigt. Die Mode steht an zweiter Stelle als Verursacherin für Umweltschäden. Wir tragen die Verantwortung für diese Welt. Es ist wichtig nicht so viel Mode zu kaufen, sondern Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit zu legen.
Meine Kleidungsstücke sind in Relation nicht so teuer, ich ermögliche es auch Frauen mit weniger Geld, nachhaltige Kleidung zu tragen.
Ich halte es für wichtig, regionale Designerinnen zu unterstützen und nicht nur die großen Brands.

Was treibt dich an?

Wenn ich eine Frau in meinen Klamotten sehe, bin ich froh. Wenn jemand sagt, das ist mein Lieblingsteil, dann freue ich mich, das ist meine ganze Welt. Ich habe Kundinnen, die immer wieder kommen. Wenn neue Kundinnen kommen, die von mir gehört haben und meine Mode kaufen, das ist für mich ein Erfolg. Meine Mutter hat in Griechenland eine Boutique, in der sie auch meine Mode verkauft.

Viele Bielefelderinnen kennen mich noch nicht. Ich liebe meinen Laden, aber die Lage hier an der Oelmühlenstraße ist schwierig. In Innenstadtlage kann ich mir noch kein Atelier leisten.

Wo stehst du in fünf Jahren?

Perspektivisch möchte ich, wie in Athen, hier in Bielefeld einen größeren Studioladen mit anderen Designer*innen zusammen führen und so einen kreativen Coworking-Space entwickeln. Man teilt sich die Kosten für Miete und Marketing und unterstützt sich gegenseitig. 

Außerdem möchte ich meinen Onlineshop bekannter machen. Der könnte besser laufen, wie ich am Etsy-Shop sehe, der sehr gut geht.
Zusätzlich möchte ich Geschäfte finden, die meine Mode vertreiben, Ich will wachsen, eventuell ein bis zwei Arbeitskräfte für die Produktion anstellen, aber langsam Schritt für Schritt.

Wie gehst du mit Schwierigkeiten um?
Ich bin ein Mensch, der immer positiv denkt, aber auch empfindsam ist. Wenn ich traurig bin, dann denke ich: „life must go on.“ Ich versuche daran zu denken, was mich glücklich macht. Die Kinder lenken mich ab, ich lache und arbeite weiter, weil ich die Arbeit liebe.

Wie bekommst du Familie und dein Unternehmen unter einen Hut?

Als die Kinder klein waren, war es leichter. Je größer sie werden, desto anspruchsvoller werden sie. Meine Arbeit ist anstrengend, denn ich bin für alles allein zuständig: Produktion, Onlineshop, Werbung. Meine Schwiegermutter hilft mir zwar, aber es hängt sehr viel an mir. Dennoch bin ich glücklich. Ich liebe, was ich tue, ich mache, was ich geträumt habe: Mein Label-Logo, das sind meine drei Kinder, die drei Vögel, ich habe alles, was mir wichtig ist, miteinander verbunden.

Welche Tipps hat du für Gründerinnen

Entscheidend ist, sich nicht von den vielen Schwierigkeiten abschrecken zu lassen. Man sollte das machen, was man will, stark sein, positiv Denken und immer weiter machen.

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