Grusdas, Simone: itelligence AG

„Ich will Spuren hinterlassen statt Staub.“

Simone Grusdas ist überzeugt, dass das 21. Jahrhundert das Jahrhundert für karriereorientierte Frauen ist. Als internationale Bilanzbuchhalterin ist sie Head of Corporate Finance and Accounting, Vice President und Prokuristin der itelligence AG, die als internationaler Komplettdienstleister im SAP-Umfeld weltweit rund 7.900 Mitarbeitende beschäftigt. Darüber hinaus ist sie Geschäftsführerin der Recruit Company GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der itelligence AG.

Zahlen waren schon in der Schule die Passion von Susanne Grusdas, das ist bis heute so geblieben. Nach ihrer Ausbildung startete die internationale Bilanzbuchhalterin und Steuerfachgehilfin ihre Karriere bei der SMS Corporation. Dort leitete sie vier Jahre die Buchhaltung in der Frankfurter Zweigniederlassung und bilanzierte nach amerikanischen Standards (US Gaap) und nach HGB. Anschließend übernahm sie die Leitung des Finanz- und Rechnungswesens der SMS Dataplan GmbH & Co KG in Eschborn. 1999 wechselte Simone Grusdas zur itelligence AG nach Bielefeld, für die sie mittlerweile seit fast 20 Jahren tätig ist. Eine lange Zeit, in der sie viel erlebt und tief reichende Erfahrungen gesammelt hat. Nicht nur, dass die Zahl der Mitarbeiter/innen in diesem Zeitraum von 530 auf fast 7.900 gewachsen ist. Darüber hinaus hat sie den anspruchsvollen Prozess der Börsennotierung begleitet, ein Krise überstanden und das erneute Wachstum des Unternehmens miterlebt: „Als der neue Markt 2003 zerbrach, ist unser Aktienkurs plötzlich von rund 30 Euro auf 71 Cent gefallen“, erzählt Simone Grusdas. „Um diese Krise zu meistern, haben wir rund um die Uhr gearbeitet – das hat uns alle sehr eng zusammengeschweißt.“

Das Arbeitsleben der 52-Jährigen ist von Disziplin, Selbstreflektion und dem absoluten Willen, etwas zu erreichen, geprägt. Simone Grusdas möchte Spuren hinterlassen statt Staub – ein Motto, das sie für männliche Kollegen und Geschäftspartner mitunter zu einer unbequemen Gegnerin macht: „Meine Direktheit und mein Hang zur Professionalität und Perfektion haben den ein oder anderen schon in die Defensive gebracht.“ Sie ist überzeugt, dass Frauen mit Macht weniger selbstverliebt sein sollten. Sie sollten ihre Position nutzen, um als Netzwerkerinnen zu agieren und junge Frauen auf ihrem Karriereweg zu unterstützen. Für sie als sogenanntes Role Model eine Herzensangelegenheit, für die sie sich im Mentoring-Projekt OWL engagiert, wo sie bereits die siebte qualifizierte Frau unter ihre Fittiche genommen hat. Darüber hinaus ist sie im Netzwerk der Mangerinnen OWL aktiv.

Simones Grusdas Tipp an junge Frauen: „Ihr müsst Karriere wirklich wollen und bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Hohes Expertenwissen in Kombination mit der Bereitschaft sich zu positionieren und immer wieder zu hinterfragen – das führt zum Erfolg.“ Gleichwohl ist sie überzeugt, dass eine Quotenregelung notwendig ist, damit Frauen strukturell gleiche Chancen erhalten. Wie bei der itelligence AG, die als japanisches Tochterunternehmens aktuell einen Anteil vorgibt, was dort auch neue Impulse für die Förderung qualifizierter Frauen gibt.

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