Angelika Schindler-Obenhaus, Vorstand GERRY WEBER International AG

Von der Handelsassistentin zum Mitglied des Vorstands – eine Karriere im Handel

Für Angelika Schindler-Obenhaus sind ethische Verantwortung und Nachhaltigkeit eine Herzensangelegenheit. Deshalb setzt sie sich u.a. für die Einführung von „Global Organic Textile Standard“ (GOTS)  über die gesamte textile Produktionskette ein.

Angelika Schindler-Obenhaus begann nach dem Abitur ihre Karriere mit einer Ausbildung zur Handelsassistentin bei Horten. Sie war Key Account Managerin bei der CBR Fashion-Group GmbH, bevor sie 2005 zur KATAG AG wechselte und dort 2010 für die Bereiche Einkauf und Expansion in den Vorstand berufen wurde. Ab 2017 leitete sie zusätzlich die Ressorts IT / Digitalisierung und Marketing. Seit August 2020 verantwortet die 58-Jährige als Chief Operating Officer die Ressorts Produkt und Marketing bei der Gerry Weber International AG.  Zu ihren Kernaufgaben gehört es, die Marken und Kollektionen der Gerry Weber Ag weiter zu entwickeln und den Changeprozess zu unterstützen.

Die GERRY WEBER International AG mit Sitz in Halle/Westfalen ist mit über 2.600 Mitarbeitenden eines der größten Mode- und Lifestyleunternehmen Europas. Das Unternehmen vertreibt weltweit trendorientierte Mode im Modern Classic Mainstream in mehr als 60 Ländern. Zur GERRY WEBER Gruppe gehören neben der gleichnamigen Marke GERRY WEBER die jüngere Marke TAIFUN und die Plus-Size-Marke SAMOON. Nach einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung im Jahr 2019 und dem Beginn der Corona Pandemie Anfang 2020 befindet sich das Unternehmen im Wandel vom Familienunternehmen hin zum agilen und kooperativ geführten Modekonzern.

Der gebürtigen Flensburgerin mit einem Hang zum Perfektionismus war schon früh bewusst, dass sie beruflich aufsteigen will. „Ich hatte immer eine Vision und habe meine Chancen ergriffen“. Und sie hat mit all ihren Chefs Mentoren gefunden, die sie gefördert haben. 

Wichtig sind ihr die Fähigkeit, gemeinsam ein positives Mindset zu erzeugen und diese Prozesse zu fördern sowie – und das eine bedingt das andere – interdisziplinäres Arbeiten zwischen allen Teams. Einzelkämpfertum hat ihrer Auffassung nach keine Chance mehr in der heutigen Arbeitswelt.

In Bezug auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf macht sich die selbst kinderlose Managerin in ihrer Branche keine Illusionen: die aufreibende Arbeit in der reiseintensiven Modebranche ist für Mütter und Väter eine enorme Herausforderung. Aber: es werde besser und liege in der Verantwortung der Unternehmen, hier die Voraussetzungen für eine bessere Vereinbarkeit zu schaffen. GERRY WEBER zum Beispiel hat seit 2011 die Kita „Kids World“ direkt am Stammsitz in Halle und ermöglicht es, mit flexiblen Arbeitsmodellen individuelle Lösungen für Mitarbeitende mit Kindern zu schaffen.

Angelika Schindler-Obenhaus ist überzeugt, dass es niemals Applaus für die Leistungen der Vergangenheit gibt. Daraus zieht sie die Konsequenz: es ist wichtig sich von der Bewertung durch Dritte zu lösen. Junge Frauen sollten sich einen Beruf aussuchen, für den sie Leidenschaft empfinden, und müssen dann Überzeugungskraft für ihre Angelegenheiten entwickeln und manchmal auch mit etwas Penetranz ihre Überzeugungen verfolgen. Zudem ist das Networking unter Frauen in den letzten Jahren immer besser geworden. Es hat sich wirklich ein „Women support Women“ auf hohem Niveau entwickelt.

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