Almut Rademacher, Geschäftsführerin owl maschinenbau e.V.

„Ziehe immer Schuhe an, die zu groß sind, um hereinzuwachsen.“

Almut Rademacher ist Netzwerkerin und Expertin für Digitalisierung, New Work und Arbeiten 4.0. Seit 2018 ist sie Geschäftsführerin des Unternehmensverbundes owl maschinenbau e.V. Der Verein hat mehr als 220 Mitgliedern und Partnern aus der regionalen Maschinenbau- und Automatisierungsindustrie, die seit 2003 hier ihre Kompetenzen bündeln, innovative Projekte entwickeln und die Innovationskraft der Region fördern.

Die 32-jährige Geisteswissenschaftlerin fand ihren beruflichen Einstieg an der Universität Erlangen und der bayrischen Landeskirche in München mit den Themen „Digitalisierung, Ethik und Bürgerrechte“. Anschließend wurde sie Managerin des Projekts Arbeit 4.0 beim Verein OWL Maschinenbau und übernahm nach zwei Jahren die Geschäftsführung.

Eins ihrer aktuellen Lieblingsprojekte heißt „Open innovation City“. „Wir gehen davon aus, dass sich Innovationen in allen Bereichen unserer Gesellschaft entwickeln können. Wenn verschiedene Akteure mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen, entstehen Dinge, die wirklich innovativ und anders sind.“ Das Ziel des Projekts ist es, eine innovative Vernetzung von Wirtschaft, Hochschulen, Start-ups, Politik und Gesellschaft umzusetzen. Gefördert mit 5,4 Millionen Euro durch das Land Nordrhein-Westfalen ist Bielefeld die erste Pilotstadt. Zu den Projektpartnern der Open Innovation City gehören neben dem Verein OWL Maschinenbau, die Fachhochschule des Mittelstands (FHM), die Founders Foundation gGmbH und der Pioneers Club.

Als gebürtige Rheinländerin ist es für sie ein Glücksfall in Bielefeld und Ostwestfalen gelandet zu sein, weil hier eine lebendige Digitalszene auf wirtschaftlich etablierte Unternehmen trifft und die Menschen Spaß am gemeinsamen Aufbruch haben. Sie liebt Bielefeld als netzwerkoffene und innovationsfreudige Stadt und profitiert auch persönlich vom vertrauensvollen Austausch auf Augenhöhe. „Es gibt hier sehr viele gute und aktive Netzwerker. Wichtig für mich ist der ehrliche Umgang miteinander, dazu gehört auch Scheitern zuzugeben und Risiken einzugehen.“

In Zeiten von Digitalisierung und Agilisierung sieht sie das Thema Diversität ganz vorne. Diverse Teams sind für Innovation und gelingende Unternehmenskultur unerlässlich, ist ihre Überzeugung. Im Maschinenbau, der traditionell recht männerlastig ist, sieht sie die Karrierechancen für Frauen ambivalent. Einerseits gibt es engagierte Frauen in interessanten Positionen wie sie selbst. Andererseits ist der Arbeitsalltag noch immer durch Geschlechterstereotype geprägt.  OWL Maschinenbau nimmt Diversity als Querschnittsthema in seine Arbeit auf, und führt Projekte wie MINT-Förderprogramme und Mentoringangebote durch.

Almut Rademachers Ziel ist es, Begegnungen zu ermöglichen, Menschen zusammenzubringen und damit etwas zu verbessern. „Alles ist eine Frage wertschätzender Arbeitskultur“, ist sie sich sicher.
Sie rät jungen Frauen, die im Maschinenbau und anderswo Karriere machen wollen: „Macht euch bemerkbar, zeigt, dass ihr gestalten wollt. Traut euch was zu und zieht durchaus zu große Schuhe an. Und sucht euch Verbündete. Wichtig ist es, den Spaß dabei nicht zu vergessen und nach magischen Momenten zu suchen.“

1 Comment

  1. Schulte-Brihmouche, Juliane 21. Juni 2020 at 16:37

    Danke für die Inspiration und die mutmachenden Worte. Sie fallen gerade bei mir auf fruchtbaren Boden.
    Ich bin noch in der Findungsphase, die naechsten Jahre für mich zu gestalten.
    Lernen ist der erste Schritt, Recherche und entscheiden sind Schritt zwei und drei. Ich habe angefangen, jetzt ziehe ich es durch.
    Danke
    Juliane Schulte-Brihmouche

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