Dr. Giere, Katharina: Polizeipräsidentin

Man sollte nicht aufgeben und sich den Widerständen stellen.

Mit Katharina Giere steht seit dem 01.04.2012 eine Frau an der Spitze des Bielefelder Polizeipräsidiums. Die promovierte Juristin war von 1983 -2005 bei der Bezirksregierung in Arnsberg, stieg dort zur leitenden Regierungsdirektorin auf und verantwortete zuletzt die Abteilung Gefahrenabwehr. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit lag bei der Aufsicht über die Polizeibehörden im Bezirk Arnsberg und die Autobahnpolizei. Seit 2004 stand sie acht Jahre lang als Polizeipräsidentin in Recklinghausen der zweitgrößten Polizeibehörde in NRW vor.

Auch in Bielefeld ist sie als Chefin des Polizeipräsidiums für alle polizeilichen Tätigkeiten, Organisation, Personalwesen und Haushaltswesen zuständig. Unter ihrer Regie werden Konzepte entwickelt, wie z.B. präventive Ansätze zur Erhöhung der Sicherheit in der Stadt – ein Thema, das ihr sehr am Herzen liegt. Katharina Giere ist gerne nach Bielefeld, ihrer Studienstadt, zurückgekehrt. Ihr gefällt das soziale Miteinander innerhalb der Bielefelder Institutionen und der Wirtschaft, das auch die Abstimmung von Konzepten, wie z.B. zur Bekämpfung von Straftaten im öffentlichen Raum, zwischen Polizei und Kommune erleichtert.

Katharina Giere hält Durchhaltevermögen, Fachlichkeit und Stringenz für wichtige Eigenschaften der Frauen auf ihrem Karriereweg. „Man muss wissen, ob man etwas will und ob man bereit ist, dafür gewisse Widerstände zu überwinden“. Doch jenseits der individuellen Fähigkeiten sind die Karrierechancen für Frauen bei der Polizei verbesserungsfähig, auch wenn der Frauenanteil bei den Bewerbungen für den Studienbeginn September 2021 bei 34,86 % lag.

Giere setzt in Bielefeld zur Verbesserung der Aufstiegschancen von Frauen auf ein Mentoringprojekt, das im Jahr 2016 implementiert wurde und sich seitdem in der Behörde positiv etabliert hat. Sie ist überzeugt, dass zunächst eine gewisse Quantität von Frauen in Bereichen der Führungspositionen durch Förderung erreicht werden muss, bevor sich die Situation verbessern wird. Sie ist sich sicher, dass die Einstellungen von jungen Männern zum Thema Familie und Beruf im Wandel sind und dass die fachlich hochkompetenten jungen Frauen vorankommen, wenn sie sich nicht einschüchtern lassen, nicht aufgeben und auch den einen oder anderen Widerstand nicht scheuen.

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