Dr. Stefanie Pannier, Center for Entrepreneurship (CfE) an der Fachhochschule Bielefeld

„Es geht im Leben nicht darum, welche Entscheidungen man trifft, sondern wie man mit den Konsequenzen umgeht.“

Dr. Stefanie Pannier begleitet seit 2017 als Persönlichkeitscoach und Koordinatorin Gründerinnen und Gründer aus der Hochschule, erst im Innovationslabor OWL, seit April 2020 im neuen Center for Entrepreneurship (CfE) an der Fachhochschule Bielefeld. Mit ihrer Beteiligung hat die Fachhochschule Bielefeld eine umfassende Infrastruktur für Gründungswillige geschaffen und bietet das notwendige Rüstzeug um Geschäftsideen von Studierenden zur Marktfähigkeit zur begleiten.

Die sportliche 43-Jährige überrascht mit ihrem vielfältigen beruflichen Werdegang: sie studierte Sozialpädagogik und Pädagogik mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik an der FH Bielefeld sowie der Uni Bielefeld. Anschließend promovierte sie gemeinsam mit Jeldrik Pannier an der PH Ludwigsburg zum Thema »Analyse der Einflüsse auf die Produktion visueller Kommunikation im Schwerpunkt Krieg – und Kriegsberichterstattung «. 2009 kehrten die beiden zurück nach Bielefeld und gründeten die Agentur synpannier für Gestaltung & Wissenschaftskommunikation.

Im Jahr 2010 startete sie zusätzlich mit ihrem Unternehmen apps4kids, das interaktive Apps für Kinder zwischen fünf und zehn Jahren entwickelte. Parallel engagierte sich Dr. Pannier mit einer halben Stelle in unterschiedlichen Forschungsprojekten.  Als ihr Partner 2015 unerwartet verstarb gab Stefanie Pannier die Unternehmen auf und erweiterte ihre Hochschulaktivitäten.

Sie führte Maßnahmen zur Unterstützung beruflich qualifizierter Studierender durch und entwickelte das Programm „Wirtschaft und Mentoring“ zur Begleitung der Karriereentwicklung von Studierenden durch Fach- und Führungskräfte aus der Wirtschaft. Parallel engagierte sie sich ein Jahr lang in dem Projekt „Image – Migrantinnen in Führung“. Außerdem war sie ebenfalls ein Jahr lang für das Kompetenzzentrum Technik, Diversity und Chancengleichheit tätig.

„Dann hat Uwe Rössler mich für die Gründungsförderung akquiriert, obwohl ich nicht aus der Betriebswirtschaftslehre komme, aber dass ich selbst Unternehmerin war, hat mir in die Karten gespielt.“  Das Ziel war, mit dem Innovationslabor durch eine umfassende Betreuung von Start-Ups und eine Sensibilisierung für die alternative Karrieremöglichkeit der Selbstständigkeit die regionale Gründungskultur stärken. Seit 2017 wurden bislang 15 Gründungsteams begleitet und sieben Ausgründungen aus der Hochschule unterstützt.

Stefanie Pannier ist insbesondere für den Bereich Persönlichkeitscoaching zuständig, denn „erfolgreiche Gründungen sind zu 50 Prozent von der Persönlichkeit abhängig.“  Sie ist fasziniert von der Entwicklung der Gründerinnen und Gründer, die ein Jahr lang im Gründungsprozess begleitet werden und hochreflektiert ihre Ursprungsidee auszubauen und anzupassen lernen.  Sie beschreibt sich selbst als loyal, leistungsgetrieben und ungeduldig. Sie bezieht klare Positionen und steht für ihre Überzeugungen ein.

Auch Stefanie Pannier steht vor dem Phänomen, dass nur wenige Frauen gründen. In den bislang gegründeten Teams waren lediglich insgesamt drei Frauen vertreten. Die Gründe dafür sind sicher vielfältig, aber eine Ursache sieht sie darin, dass Frauen sich grundsätzlich schneller verunsichern lassen. Nach ihrer Erfahrung fällt es Frauen schwerer, sich zu positionieren und bei Gegenwind durchzuhalten, und Frauen sind leider oft noch leiser als Männer.

Ihre Tipps für Gründerinnen lauten: „Seid euch klar, wer ihr seid und was ihr wollt. Seid euch eurer Werte und Bedürfnisse bewusst, bezieht eindeutig Position zum Gegenüber, zeigt eure Grenzen deutlich auf und nehmt eine Ablehnung nicht persönlich. Es geht nicht darum, welche Entscheidungen man trifft, sondern wie man mit den Konsequenzen umgeht.“ 

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