Prof. Dr. Swetlana Franken, Fachhochschule Bielefeld

"Mein Job ist es, Talente zu erkennen und Potentiale zur Entfaltung zu bringen."

Zukünftig haben Führungskräfte die Aufgabe, ihre Mitarbeitenden zu moderieren, um deren Kompetenzen zu heben, ist Prof. Dr. Swetlana Franken überzeugt. Sie ist seit März 2008 Professorin für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Personalmanagement, an der Fachhochschule Bielefeld. Ihre Schwerpunkte in Lehre und Forschung sind Innovationsmanagement, Arbeiten und Industrie 4.0  sowie Diversitymanagement in Unternehmen.

Die 58-jährige Ingenieurin und Wirtschaftswissenschaftlerin arbeitete nach ihrer Promotion auf dem Gebiet des Innovationsmanagements als Professorin für Führung und Organisation und als Prodekanin an der Wirtschaftsfakultät der Staatlichen Technischen Universität in Nishnij Nowgorod.  In Deutschland war sie als Managementberaterin für verschiedene international agierende Unternehmen tätig, insbesondere in den Bereichen Unternehmensführung, Innovationsmanagement und interkulturelle Kommunikation. Parallel hat sie an der Wirtschaftsfakultät der FH Köln gelehrt und als Fachexpertin für einige politische Organisationen gearbeitet. Außerdem ist sie Autorin von zahlreichen Büchern und Fachpublikationen zum Beispiel zum Thema „Ideenmanagement für intelligente Unternehmen“.

Seit 2016 leitet sie die Forschungsgruppe „Denkfabrik Digitalisierte Arbeitswelt“ an der Fachhochschule Bielefeld. Hier werden Forschungsprojekte zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt, insbesondere auf Unternehmensorganisation und Führung sowie auf Beschäftigung und Kompetenzanforderungen durchgeführt. Die Mitarbeitenden sind in der Regel besonders engagierte ehemalige Studierende. Swetlana Franken sieht sich als Coach für Talente und ist hochzufrieden, wenn diese kreativ ihren Handlungsspielraum erweitern und ihre Chancen nutzen.  Sie betrachtet ihren Beruf als Berufung und begreift Forschung und Lehre als Einheit: „Wenn ich durch Ergebnisse  in Bezug auf das Studium oder die Forschung unsere Welt und unser Miteinander ein Stückchen besser machen kann, dann sehe ich Erfolg.“

Swetlana Franken ist optimistisch, dass kompetente und selbstbewusste Frauen in Zukunft ihren beruflichen Karriereweg gehen können und werden. Insgesamt ist der Anteil von Frauen im Management bei 28 Prozent, bei den 25 -34-Jährigen sind es fast 37 Prozent.  Diese Zahlen belegen, dass junge Frauen den Aufstieg aus eigener Kraft schaffen können, ist Swetlana Franken überzeugt. Voraussetzungen sind der Karrierewille der Frau, die Qualifikation und ein geschicktes Work-life-blending. Leider verursachen stereotype Denkmuster in den Köpfen noch immer, dass nicht nach Kompetenz, sondern nach Geschlecht bewertet wird. Sie ist der Ansicht, dass Frauen sich selbst ausbeuten, weil sie die Familienarbeit als ihre Pflicht ansehen, und wünscht allen Frauen, einen Partner, der ihnen beruflich den Rücken stärkt. Sie ist allerdings überzeugt, dass Frauen sich aufgrund ihrer hohen Qualifikationen durchsetzen werden.

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